EMPFINDLICHE HAUT

Lernen Sie Ihre Haut kennen

Empfindliche Haut ist gekennzeichnet durch eine erhöhte Reaktionsbereitschaft auf äußere Einflüsse (exogene Faktoren) aufgrund von hautindividuellen Gegebenheiten (endogene Faktoren, wie genetische, körperliche oder psychogene), wobei die gesamte Haut, einzelne Regionen oder Einzelfunktionen der Haut betroffen sein können. Die Empfindlichkeit kann sich in objektivierbaren (sichtbaren, messbaren) pathologischen (krankhaften) Veränderungen an der Haut oder durch subjektive Missempfindungen in der Haut manifestieren.*

*Quelle: F. Klaschka, Empfindliche Haut, Berlin 1992


Die mangelnde Genauigkeit der Definition, die Vielfalt der möglichen Hautreaktionen und das häufige Fehlen sichtbarer und messbarer Veränderungen macht die Situation für Betroffene wie für Berater schwierig. Um die Probleme zu mindern oder zu beseitigen, ist häufig genaues Beobachten an der Haut — wann, wo, was geschieht oder empfunden wird und — manchmal einfaches Ausprobieren notwendig.

Hier eine Auswahl verschiedener Erscheinungsformen empfindlicher Haut und ihrer Ursachen:

  • Spannungsgefühl, Rauhigkeit, Schuppung, oft auch Rötung
    vor allem nach dem Waschen, Duschen und Baden
  • Rötung, Brennen, Juckreiz, Bildung von Pickelchen, Quaddeln oder Blasen
    nach dem Anwenden eines Reinigungs- oder Pflegeproduktes.
    • Tritt es kurz nach dem Anwenden auf und klingt es innerhalb von Minuten oder weniger Stunden wieder ab: unspezifische Hautreizung oder Soforttyp-Allergie; tritt es verzögert auf und bleibt ein bis zwei Tage bestehen: Allergische Reaktion vom Spättyp
  • Mitesser und/oder Pickel
    nach Anwendung fetthaltiger Reinigungs- und Pflegeprodukte
    • Neigung zu Hautunreinheiten und komedogene Effekte des Kosmetikums (wegen Fett oder Emulgatoren)

  • Stechen oder Brennen im Gesicht ohne Rötung unmittelbar  nach Anwendung von Pflegeprodukten, klingt nach ca. 10 Minuten ab
    • Stinging - erhöhte Reizempfindlichkeit gegenüber bestimmten Stoffen wie Milchsäure oder Propylenglykol
  • Schuppung, evtl Rötung und Juckreiz oder Brennen der Haut in behaarten Bereichen (Kopfhaut, Augenbrauen, Bart, Brust bei Männern)
    • seborrhoisches Ekzem durch den Mikroorganismus Malassezia furfur
  • Schuppung, Rötung, Juckreiz oder Brennen im Bereich von Mund und Nase
    • periorale Dermatitis
  • Spannungsgefühl, Rauigkeit und Schuppung nach dem Eincremen
    • zu dünnes Pflegeprodukt; besser Cremes und Lotionen mit mehr Fett und Pflegewirkstoffen verwenden
  • Fettiger Glanz und Klebrigkeitsgefühl nach dem Eincremen
    • zu fettige Creme oder zu viel Creme verwendet
  • Rötung, Wärmegefühl und Brennen oder Jucken der Haut nach Aufenthalt in der Sonne oder im Solarium: Sonnenbrand
    • Der Sonnenbrand (Erythem) ist eine entzündliche Rötung der menschlichen Haut durch kurzwellige Sonnenstrahlung, die zu Druckempfindlichkeit und Brandschäden führen kann. Die Erweiterung der Blutgefäße in der Haut führt zu stärkerem Blutfluss, was als Rötung der Haut sichtbar wird. Besonders gefährdet sind die Schultern, wo es häufig zur Abschälung der oberen Hautschichten und in stärkeren Fällen zur Bildung von Brandblasen kommt. Auch Füße und Nase sind stark exponiert (gefährdet).
  • Pickelchen, Rötungen oder Quaddeln in der ersten Zeit der Sonnenbäder, später nicht mehr
    • polymorphe Lichtdermatose
  • Pickelchen und Rötungen im Bereich der Poren nach Sonnenbädern oder Solarium
    • Mallorca-Akne
  • Pickelchen evtl. juckend bei Hitze
    • Hitzepickel, durch Hitzestau in der Haut evtl. nach Auftragen zu fettiger Cremes verursacht
  • Trotz Ausprobierens vieler Cremes in kurzer Zeit reagiert die Haut zunehmend gereizt
    • Überpflegung; Anzahl der verwendeten Produkte auf möglichst wenige mit bewährter Verträglichkeit reduzieren. Minimalprogramm mindestens 2 Wochen durchhalten, bevor zusätzliches oder Neues verwendet wird.

 

Lässt das Problem sich auf Anhieb nicht lösen und auch keine eindeutige Ursache identifizieren, sollte ein "Hauttagebuch" angelegt werden, in dem alle Hautbelastungen, alle verwendeten Kosmetika und Arzneimittel, Essen, Stressgrad und Ausprägung der Hautprobleme notiert werden.
Meist stellt sich nach vier bis sechs Wochen heraus, welche Faktoren sich günstig oder ungünstig auf die Haut auswirken. Gerne beraten wir Sie oder vermitteln entsprechende Kontakte. Grundsätzlich sollten Sie aber einen Dermatologen bzw. Facharzt aufsuchen.

 

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