VISIONEN

Während seiner Assistenzzeit

Von 1950 bis 1953 arbeitet Dr. med. Maurer an der Universitäts-Hautklinik in Bonn. Dort hat er sein entscheidendes Schlüsselerlebnis. Der junge Arzt erlebt, wie an akuten Ekzemen erkrankte Patienten darunter leiden, dass sie sich nicht waschen dürfen. Waschungen mit Wasser oder der üblichen Seife reizen die erkrankte Haut zusätzlich, so dass ein absolutes Waschverbot besteht. Dieses Waschverbot macht die Situation für Patienten und Betreuer unerträglich und treibt Hauterkrankte bis hin zu Selbstmordversuchen.

Seine eigenen Forschungen über die Haut, als auch Studien aus Amerika, sagen Dr. med. Maurer, dass es eine hautfreundliche Alternative zur Seife geben muss. Die Abwesenheit des Klinikchefs nutzen Dr. med. Maurer und der Oberarzt zu einem ersten Waschversuch mit einem seifenfreien Reinigungsmittel. Der medizinische Erfolg und die Erleichterung bei den Patienten zeigen, dass seine Vermutung richtig war. Die ekzemerkrankte Haut der Patienten hat das Bad ungereizt überstanden und sie erweist sich für weitere Therapien aufnahmefähiger als zuvor. Dieses Experiment, gegen den Willen des Klinikchefs, hat für die beiden Ärzte ernste Folgen. Der Oberarzt wird entlassen und Dr. med. Heinz Maurer versetzt. Damit endet der Traum des jungen Arztes von einer Universitätslaufbahn. Auch als er in die Industrie wechselt, lässt den Mediziner die Vision eines Seifenersatzes mit einem sauren pH-Wert nicht los.