DAS HAAR

  1. Haarmark
  2. Faserschicht (Cortex)
  3. Schuppenschicht (Cuticula)
  4. Haarschaft
  5. Hornschicht
  6. Epidermis
  7. Dermis
  8. Talgdrüse
  9. Schweißdrüse
  10. Haarmatrix
  11. Haarwurzel
  12. Haarpapille
  13. Innere Wurzelscheide
  14. Äußere Wurzelscheide

Funktion

Die Anzahl der Haare variiert zwischen 85000 bei Rothaarigen und 150000 bei Blonden, das sind 300 bis 900 Haare pro Quadratzentimeter. Durchschnittlich ist ein Haar 0,08 mm dick und wächst täglich um 0,1 mm bis 0,2 mm. Haare sind von spezialisierten Hautzellen gebildete Hornfäden. Sie bestehen überwiegend aus dem Fasereinweiß Keratin, mit eingelagerten Lipiden für Elastizität und Abdichtung sowie Melaninen, die ihnen ihre natürliche Farbe verleihen.

Dickes Haar enthält zuinnerst das Haarmark, das bei dünnem Haar fehlt. Die Faserschicht oder Cortex wird umhüllt von der Schuppenschicht oder Cuticula, in der die einzelnen Hornschüppchen, die aus absterbenden Hautzellen hervorgehen, dachziegelartig übereinander gelagert sind.

Die Haarwurzel bewerkstelligt das Wachstum der Haare. Sie liegt in der Dermis eingesenkt, wird von einem dichten Netz feinster Blutgefäße in der dermalen Papille mit Nährstoffen versorgt und bildet aus den spezialisierten Hautzellen der Haarmatrix ständig neues Haarmaterial, das den Haarschaft formt. Er ist von einer inneren und äußeren Wurzelscheide umgeben. Im oberen Bereich der Lederhaut setzt der Haarmuskel an dem als Follikel bezeichneten Gebilde an und die Talgdrüsen münden ein. Der Talg ist ein zusätzlicher Schutz der Haaroberfläche.

Pigmentzellen, so genannte Melanozyten, in der Haarwurzel produzieren braun-schwarze (Eumelanin) oder rötlich-gelbe Farbstoffe in einem je nach Erbanlage festgelegten Mengenverhältnis, das die Haarfarbe bestimmt. Im Alter wird immer weniger Farbstoff produziert, das Haar ergraut.  Auch die natürliche Haarform ist genetisch festgelegt. Je runder der Haarquerschnitt, desto glatter ist das Haar, je länglicher, desto lockiger.

Das Wachstum der Haare unterliegt einem regelmäßigen Zyklus. Die Phase des aktiven Wachstums, auch Anagenphase genannt, ist dabei die längste. Zwei bis sechs Jahre lang produziert die Haarwurzel einen ständig wachsenden Haarschaft. Im Lauf der etwa zweiwöchigen Übergangs- oder Katagenphase bildet sich die Haarwurzel zurück; das Haar hört auf zu wachsen und fällt schließlich aus. Die anschließende Ruhephase (Telogen) dauert drei bis vier Monate. Am Ende hat sich aus Stammzellen wieder eine neue Haarwurzel gebildet und ein neuer Haarzyklus beginnt mit der Telogenphase.