Der pH-Wert der Haut

Was genau schützt uns Tag für Tag vor Umwelteinflüssen?

Schon seit Jahren ist die Bezeichnung "pH-Wert" in aller Munde. Kaum jemand, der diesen Begriff nicht schon gehört oder auf Cremetöpfchen und Duschgel-Flaschen gelesen hat. Doch wer weiß eigentlich, was sich hinter diesem Kürzel verbirgt?

 

"pH" - das ist die Abkürzung für den lateinischen Begriff "potentia hydrogenii" und heißt übersetzt "Wasserstoffionenkonzentration". Der pH-Wert dient dazu, Säuren und Laugen voneinander zu unterscheiden und in Stärke zu kennzeichnen. Denn alles, was Wasser enthält, hat auch einen pH-Wert, der mittels elektrischer Messgeräte oder aber den sogenannten Indikatoren, wie z. B. Lackmus festgestellt wird.

Säureschutzmantel

Auch unserer Haut kann man einen pH-Wert zuordnen.

Denn: Der Hydrolipidfilm auf der Hautoberfläche enthält Wasser. Bereits seit rund 100 Jahren ist bekannt, dass die Haut leicht sauer ist. Moderne Messmethoden ergaben einen durchschnittlichen pH-Wert von 5,5, der durch körpereigene saure Substanzen in Schweiß, Talg und Hornzellen zustande kommt. Die Bedeutung dieser sauren Eigenschaft der Hautoberfläche drückt sich im sogenannten "Säureschutzmantel" aus.

 

Seine Aufgabe: schädliche Mikroorganismen sowie negative Umwelteinflüsse abzuwehren und dadurch die Haut vor Infektionen, Reizung, Allergie und Austrocknung zu schützen. Außerdem vermittelt ein intakter Säuremantel einen natürlichen Deo-Effekt: Die bakterielle Zersetzung von Schweißbestandteilen, durch die der Körpergeruch entsteht, wird niedrig gehalten.

Das oberste Gebot heißt darum: alles zu tun, um den Hautschutzmantel nicht anzugreifen. So sollte man beispielsweise auf die Körperreinigung mit "normaler" Seife verzichten, denn die Seifenlauge mit einem pH-Wert von 8-12 zerstört ihn. Schaden nehmen kann er aber auch durch das Waschen mit "pH-neutralen" Reinigungsprodukten, deren pH-Wert 7 von dem der Haut mit 5,5 deutlich abweicht. Und schließlich sollte man jeden Kontakt mit Laugen bei der Arbeit meiden.